Innovation

Von Gaius Julius Cäsar heißt es, er habe dreierlei Dinge gleichzeitig machen können. Heute nennen wir es Multitasking, sprechen diese Fähigkeit eher Frauen zu als Männern und begründen dies evolutionsgeschichtlich oder damit, dass die meisten Frauen überdurchschnittlich schnell zwischen beiden Gehirnhälften schalten können. Ein Großteil der Psychologen vertritt ohnehin die Meinung, der Mensch sei lediglich in der Lage, zwischen zwei oder mehr Tätigkeiten blitzschnell umschalten zu können, so dass diese als gleichzeitig ausgeübt wahrgenommen würden. Ein bisschen Multitasking kann also jeder. Beim Autofahren nämlich muss der Fahrer unter Umständen schalten, mindestens aber pilotieren, bremsen, wieder anfahren und dabei gleichzeitig den Blick auf die Straße und die Verkehrszeichen richten. Hinzu kam das Mobiltelefon, dessen Gebrauch nur geahndet wird, wenn der Fahrer das Gerät in einer Hand hält, statt sich einer Freisprecheinrichtung zu bedienen. Doch gerade am Beispiel des Telefonierens während der Fahrt lassen sich Grenzen des Multitasking belegen. Statistisch nämlich erhöht das Telefonieren während der Fahrt die Zahl der Verkehrsunfälle, wohingegen die direkte Unterhaltung mit dem Beifahrer keine messbare Verringerung der Aufmerksamkeit verursacht. Alles eine Frage der Gewöhnung? Das zumindest sagen Berichte, wonach man als Autofahrer die direkte Unterhaltung während der Fahrt frühzeitig gelernt hat, die derzeitige Generation von Autofahrern den  [...]

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Innovation

Alle Jahre wieder kommt kurz vor dem Christuskind die Essen Motor Show und füllt ihm Nu die Wunschzettel der Großen mit bisweilen unvernünftig klingenden Wünschen aus dem Bereich Auto und Automobilia. Das reicht bis zu ganz besonderen Felgen, wie sie in einem der beliebten Sketche von SWR3 über Lebensart mit Dandy van Dünkel und dessen Motto: „Man gönnt sich auch sonst alles“ thematisiert werden. Mit seinen Berichten aus der Welt der Schönen, der Reichen und der ganz schön Reichen verblüfft der radiogene Vertreter der Superreichen seine Zuhörer mit Kleinigkeiten wie tatsächlich mit Brillanten besetzten Felgen bestimmter Vehikel eines David Beckham oder Elton John. Solcherlei kostbarster Zierrat, und dann auch noch nach außen gekehrt, freilich rückt das „Aufhübschen“ – oder ist es doch ein Verschlimmbessern? – von Fahrzeugen ins Skurril-Bizarre. Wie aber sollen sich solche Celebrities denn sonst von der Masse der Normalo-Reichen abheben? Auf der Essen Motor Show nämlich gibt es nach der Devise „spektakulär und sportlich“ wie in einer guten Demokratie alles, was das Herz begehrt, und das für Jedermann – sofern das Portemonnaie die entsprechende Größe hat. Rund 300 000 Motorfans lassen es sich nicht nehmen, jedes Jahr durch 110 000 Quadratmeter Show, Glamour, heiße Girls und geballte  [...]

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Innovation

„CarSharing ist das Gebot der Stunde“, hört und liest man allenthalben. Der Trend gehe weg vom Auto in Eigenbesitz. Diese Beobachtung gehört ins Reich der Märchen und Mythen. Wahr ist, dass Daimler mit smart und dem Projekt Car2Go schon seit einigen Jahren solche Modelle für den Citybereich erprobt und damit gute Erfahrungen macht. Auch BMW, VW und andere OEMs haben CarSharing als zusätzlichen Geschäftsbereich entdeckt. Wahr ist auch, dass die heutige Jugend, nennen wir sie verkürzt „Generation i“ für IT Tools wie i- phone und i-pad, stark veränderte Vorstellungen von Mobilität hat. Gleichzeitig gab es noch nie derart viele Konfigurationsmöglichkeiten für das Auto. Manchmal kann die Liste der Zusatzwünsche den Grundpreis eines Mittelklassewagens nahezu verdoppeln. Die vielen Sonderoptionen gäbe es nicht, wenn die Nachfrage fehlte. Die jedoch ist immens. Und wer, wenn nicht der Privatbesitzer, wetteifert mit dem Nachbarn oder Kollegen um das am stilvollsten, extravagantesten oder schlichtweg teuersten hochgerüstete Fahrzeug? Und die leuchtenden Augen, die man tagtäglich im Autohaus sieht, wenn ein Kunde sein Neufahrzeug in Empfang nimmt. Alles nur Einbildung? Nein, gelebte Realität. Wahr ist und bleibt nämlich auch, dass gerade heute der Wunsch nach Individualität keine Grenzen kennt, genauso wie die Optionen für das Auto unterdessen ad  [...]

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Die fossilen Brennstoffe sind endlich und machen uns abhängig von den Erdöl liefernden Ländern. So weit, so schlecht. Welche Alternativen zu Diesel und Benzin gibt es aber außer Erdgas und vielleicht künstlich erzeugtem Treibstoff? Derzeit ganz besonders hoch im Kurs ist die Elektrizität. Und nicht zu vergessen: Wasserstoff. Mit Dampf im Tank Auto fahren? Das soll funktionieren? Das ist keine heiße Luft in Tüten. Es funktioniert. Und zwar richtig gut. Mit gleich sensationellem Drehmoment wie beim elektrischen Antrieb, bei vielfacher Reichweite, fast schon auf Niveau der Ottomotoren. Nicht von ungefähr verkündet Daimler, seit zwei Jahrzehnten in Sachen Brennstoffzellentechnologie akribisch am Forschen und Entwickeln, in Gestalt seines Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche: „Wasserstoff ist das bessere Öl.“ Die Technik funktioniert. Was fehlt, ist eine vernünftige Infrastruktur mit genügend Wasserstofftankstellen und vor allem das Vertrauen in die für Otto-Motor-Normalfahrer unbekannte Technologie. Deshalb gleich die gute Nachricht: Unterdessen kann Wasserstoff getankt werden, ohne dass man befürchten muss, er entweiche quasi über Nacht, wenn man das Auto abstellt. Das ist ja zum Schießen, sagen Sie? Genau das hat man ausgiebig gemacht. Die Tanks wurden gnadenlos beschossen, in Brand gesteckt und mit chemischen Flüssigkeiten wie Batteriesäure beaufschlagt. Das Ergebnis in Gegenwart der gestrengen Augen des TÜV: Ob  [...]

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Die Republik wird elektromobil. Mit typisch deutscher Gründlichkeit, also mit vollem Einsatz. Nach dem Motto „ganz oder gar nicht“ weiß jeder wissensdurstige Staatsbürger spätestens seit der IAA 2011, die diesem Thema eine komplette Messehalle widmete, dass die automobile „Zukunft serienmäßig“ elektrisch sein wird – weltweit. Wirklich? Wann? Wo sind die Autos? Wie bitte? Bis auf Tesla und e-Ruf Roadster sind es rollende Verzichtserklärungen? Bei aller Begeisterung, die wenigen E-Fahrzeuge, die bisher auf dem Markt sind, verkaufen sich aufgrund ihres hohen Preises, der relativ geringen Reichweite und langer Ladezeiten in homöopathischen Dosen. Und Homöopathie hat ihren exklusiven Preis. Die Zahlen des VDA (Verband der Automobilindustrie), wonach im ersten Halbjahr 2011 gerade mal 0,08 Prozent der in Deutschland verkauften Neuwagen, nämlich 1600 Stück, rein elektrisch betrieben sind, holen die Fans der drehmomentfreudigen Vehikel rasch auf den Boden verbrennungsmotorischer Tatsachen zurück. Hochgerechnet auf das Jahr 2012, in dem über 65 Millionen Neufahrzeuge im Pkw Segment die Straßen der Welt bevölkern sollen, wären es Pi mal Daumen keine 60 000 Elektro-Autos! Also weiterhin alle Macht dem Benziner und dem Diesel? Witzigerweise gibt sich gerade das in Sachen Elektrifizierung mächtige China, von dem es immer wieder ebenso hartnäckig wie falsch heißt, das Land sei den  [...]

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